Im Sommer 2025 wurden ich kontaktiert vom Verein Fanajana e.V. aus Hamburg. Sie haben unsere Arbeit auf Youtube gesehen und wollten Permakultur als Lösung für die Hungersnot im Süden Madagaskars ausprobieren. So kam eine Kooperation zustande und Nägel haben Köpfe bekommen. Im Oktober 2025 bin ich so mit meinem Team nach Ejeda gereist, zeitgleich mit dem Einsatz dreier medizinischer Fachkräfte. Es war sehr interressant, deren Arbeit zu sehen. Und die Details sind teilweise sehr schockierend. Ich bin froh, mit den Bauern zu arbeiten, es ist zwar harte Arbeit, aber ich sehe keine Menschen sterben.
Kinder und auch Erwachsene leiden hier draussen an vielen vermeidbaren Krankheiten, oftmals wegen Mangelernährung. Oftmals kommt es zu Todesfällen. Und so unterstützen wir die Medizin indirekt, indem wir das Problem der Mangelernährung zu lösen suchen.
Der Ort ist staubig und trocken. Um uns einen Gefallen zu machen, haben die Leute den Ort schonmal sauber gemacht. Ob wohl ich gebeten habe, den Bewuchs zu lassen, haben sie alles entfernt, inklusive ca. 40 Bäume der Art Famata. Ein grosser Tamarindenbaum wurde intakt gelassen, weil er ein Taboo hat, es ist verboten ihn zu beschneiden. Zwei andere wurden verstümmelt. Die Biomasse wurde an den Rand geschleppt und teilweise auch verbrannt. Und so starten wir auf einem verbrannten Stück Erde ein neues Paradies zu schaffen.
Die Landschaft ist sehr flach, es gib nur relativ geringes Gefälle. So muss ich nach Techniken suchen, welche hier gut Funktionieren. Terrassen benötigt es nicht und auch für swales ist es fast zu flach. Nach ein bisschen Recherche entscheide ich mich, eine Technik namens „Halbmond“ zu nutzen, welche in der Sahel entwickelt wurde. Dabei gräbt man halbmonde in die Erde und verteilt die Erde gleichmässig an der tieferen Hälfte, während die Gerade oben liegt. Es ist offen für abfliessendes Regenwasser von oben hält dieses Fest. Damit ist die Erosion effektiv gestoppt. In dem Loch entsteht ein kleiner feuchter Fleck Erde, welcher nach dem Regen bepflanzt werden kann.
Desweiteren heben wir lange Gräben aus, welche parrallel zur Hauptwindrichtung ausgerichtet sind. Diese sind sozusagen unsere Embryos für unser neues ökosystem. Die Gräben erfordern schwere Arbeit, denn nach 15cm erreichen wir bereits das Grundgestein. Es ist der höchste Punkt der Landschaft, wir sind quasi direkt auf dem Felsen. Dort wollen wir Bäume Pflanzen – die stellen welche bessere Erde haben reservieren wir für die Gemüsegärten.
Die Bäume aber bilden ein Element, welches eine Kombination aus Alleen-Feldbau und Syntropischer Landwirtschaft ist. Die Baumlinien enthalten viele verschiedene Arten und Formen im Prinzip einen linearen Wald, während in den Zwischenabständen Gärten und Felder entstehen. Mit dieser Technik kann man erosionsfrei für lange Zeit Essen anbauen, die Bäume erhalten die Fruchtbarkeit und schützen das System, während die Gärten und Felder eine schnelle Rotation und einen diversen Anbau ermöglichen. Die Bäume können auch Früchte, Nüsse, Viehfutter und Holz liefern. wenn es regnet versickert das Wasser und die Brunnen bleiben stabil. Damit sind alle menschlichen Grundbedürfnisse abgedeckt. Ohne weitere Umweltzerstörung, potentiell für immer und auf relativ kleiner Fläche, sodass auch die Natur wieder Platz bekommen kann.
Ich bin zwei Wochen vor Ort, mein Team eine weitere Woche.
Die Gemeinschaft vor Ort ist fantastisch. Die traditionelle Sozialstruktur ist weitestgehend vorhanden.
Es ist harte Arbeit. Aber wir lachen viel und haben ein Ziel vor Augen. Essen für die Menschen und ein gutes Zusammenleben mit der Natur.
Erstellt am 24. Juli 2026 von lukas
Ejeda Madagaskar
Lösen wir die Hungersnot?
Im Sommer 2025 wurden ich kontaktiert vom Verein Fanajana e.V. aus Hamburg. Sie haben unsere Arbeit auf Youtube gesehen und wollten Permakultur als Lösung für die Hungersnot im Süden Madagaskars ausprobieren. So kam eine Kooperation zustande und Nägel haben Köpfe bekommen. Im Oktober 2025 bin ich so mit meinem Team nach Ejeda gereist, zeitgleich mit dem Einsatz dreier medizinischer Fachkräfte. Es war sehr interressant, deren Arbeit zu sehen. Und die Details sind teilweise sehr schockierend. Ich bin froh, mit den Bauern zu arbeiten, es ist zwar harte Arbeit, aber ich sehe keine Menschen sterben.
Kinder und auch Erwachsene leiden hier draussen an vielen vermeidbaren Krankheiten, oftmals wegen Mangelernährung. Oftmals kommt es zu Todesfällen. Und so unterstützen wir die Medizin indirekt, indem wir das Problem der Mangelernährung zu lösen suchen.
Der Ort ist staubig und trocken. Um uns einen Gefallen zu machen, haben die Leute den Ort schonmal sauber gemacht. Ob wohl ich gebeten habe, den Bewuchs zu lassen, haben sie alles entfernt, inklusive ca. 40 Bäume der Art Famata. Ein grosser Tamarindenbaum wurde intakt gelassen, weil er ein Taboo hat, es ist verboten ihn zu beschneiden. Zwei andere wurden verstümmelt. Die Biomasse wurde an den Rand geschleppt und teilweise auch verbrannt. Und so starten wir auf einem verbrannten Stück Erde ein neues Paradies zu schaffen.
Die Landschaft ist sehr flach, es gib nur relativ geringes Gefälle. So muss ich nach Techniken suchen, welche hier gut Funktionieren. Terrassen benötigt es nicht und auch für swales ist es fast zu flach. Nach ein bisschen Recherche entscheide ich mich, eine Technik namens „Halbmond“ zu nutzen, welche in der Sahel entwickelt wurde. Dabei gräbt man halbmonde in die Erde und verteilt die Erde gleichmässig an der tieferen Hälfte, während die Gerade oben liegt. Es ist offen für abfliessendes Regenwasser von oben hält dieses Fest. Damit ist die Erosion effektiv gestoppt. In dem Loch entsteht ein kleiner feuchter Fleck Erde, welcher nach dem Regen bepflanzt werden kann.
Desweiteren heben wir lange Gräben aus, welche parrallel zur Hauptwindrichtung ausgerichtet sind. Diese sind sozusagen unsere Embryos für unser neues ökosystem. Die Gräben erfordern schwere Arbeit, denn nach 15cm erreichen wir bereits das Grundgestein. Es ist der höchste Punkt der Landschaft, wir sind quasi direkt auf dem Felsen. Dort wollen wir Bäume Pflanzen – die stellen welche bessere Erde haben reservieren wir für die Gemüsegärten.
Die Bäume aber bilden ein Element, welches eine Kombination aus Alleen-Feldbau und Syntropischer Landwirtschaft ist. Die Baumlinien enthalten viele verschiedene Arten und Formen im Prinzip einen linearen Wald, während in den Zwischenabständen Gärten und Felder entstehen. Mit dieser Technik kann man erosionsfrei für lange Zeit Essen anbauen, die Bäume erhalten die Fruchtbarkeit und schützen das System, während die Gärten und Felder eine schnelle Rotation und einen diversen Anbau ermöglichen. Die Bäume können auch Früchte, Nüsse, Viehfutter und Holz liefern. wenn es regnet versickert das Wasser und die Brunnen bleiben stabil. Damit sind alle menschlichen Grundbedürfnisse abgedeckt. Ohne weitere Umweltzerstörung, potentiell für immer und auf relativ kleiner Fläche, sodass auch die Natur wieder Platz bekommen kann.
Ich bin zwei Wochen vor Ort, mein Team eine weitere Woche.
Die Gemeinschaft vor Ort ist fantastisch. Die traditionelle Sozialstruktur ist weitestgehend vorhanden.
Es ist harte Arbeit. Aber wir lachen viel und haben ein Ziel vor Augen. Essen für die Menschen und ein gutes Zusammenleben mit der Natur.
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