Unser Konzept

Wie immer haben wir eine fleissige Truppe!

Unser Ziel: Ein Technologie-Transfer

Stellen Sie sich vor, Sie treffen einen Freund oder ein Familienmitglied nach 10 Jahren wieder. Sehr wahrscheinlich werdet ihr euch „auseinander gelebt“ haben. Man hat anderes Erlebt, andere Meinungen gebildet, man ist anders, als vor 10 Jahren.

Ostdeutsche und Westdeutsche haben sich 50 Jahre lang unterschiedlich entwickelt, und es gibt einen deutlichen Unterschied. Nicht signifikant, nicht unkompatibel, aber man ist definitiv anders.

Weisse Amerikaner unterscheiden sich von weissen Europäern, nach relativ kurzer Zeit.

Nun stellen Sie sich vor, sie hätten sich 20 000 Jahre oder länger nicht wieder gesehen. Also irgendwann treffen sich die Ur-Ur Enkel. So ist es, wenn man nach Madagaskar geht, oder in andere Ferne Länder. Erst sehr kurze Zeit ist der Kontakt zwischen Europäern, und die Unterschiede häufig immernoch nicht verstanden. Auch waren die Beziehungen nicht immer sehr freundlich und kooperativ, aber vor allem von Seiten der Europäer eher herablassend. Bis heute.

Und so sind die Beziehungen bis heute belastet. Was dazu kommt: Wir liefern viele Technolgien, aber die Kultur entwickelt sich nicht dazu. Strassen und Brücken werden nicht instand gehalten, obwohl es ökonomisch Sinn machen würde. Pumpen gehen Kaputt. Die Hardware wird ohne die Software geliefert, könnte man sagen. Man bedenke, wir sind Erben der Ägyptischen, der Römischen und der Griechischen Kultur. Madegassen sind Erben der Polynesichen Inselkultur. Seefahrer, Reisbauern. Weder Architekten, Maschinenbauer noch Krieger. Sie haben niemals komplizierte Mathematik benötigt, Kapitalbildung, komolizierte Infrastruktur. Und doch haben sie gut, wenn nicht besser gelebt als wir und sind eben auch im Heute angekommen.

Wenn ich aber nun in Madagaskar bin, dann darf ich die Menschen nicht nach meinen Normen versuchen zu verstehen, bewerten und betrachten. Ich muss lernen, wie Sie die Welt sehen, genauso wie ein Madegasse die eurooäischen Normen kennen lernen muss, wenn er zu uns kommt. Wenn ich „Entwicklungshilfe“ mache, dann geht es nicht darum, Sie zu europäern zu machen, auch wenn dies oft versucht wird (Gouvernance, Schulsystem, Religion, Wirtschafts-System, Technologie, ja sogar Geschichtsunterricht wurde europäisiert). Vielmehr bin ich ein Fremder hier, ein Gast, der neugierig ist, die Sprache lernt, die Kultur, die Bräuche, den sozialen Umgang. Ich passe mich an. Und so versuche ich auch die Technologie anzupassen, von der ich glaube, dass sie dem Land, der Natur und den Menschen helfen kann. Die ersten Jahre in Madagaskar hatte ich eine wissenschaftliche Mission, die da lautete: „wie kann man Permakultur und regenerative Landwirtschaft in Madagaskar umsetzen und sie an die klimatischen und sozio-ökonomischen Verhältnisse anpassen?“. Mit Erfolg. Mitlerweile wissen wir genau, mit welchen Werkzeugen, Pflanzsystemen und organisatorischen Mitteln wir Erfolg haben. Wir lernen immer dazu, aber wir haben eine gute Basis. Wir, das bin ich, Lukas Uhl, Permakulturist, und mein Team bestehend aus Madegassischen Mitarbeitern. Wir, das ist auch ein feines Team aus unterstützern in Europa. Gemeinsam machen wir es möglich.

Wir fahren in eine Zielregion, planen und bauen Permakultur-Anlagen, bringen die richtigen Werkzeuge mit und das Saatgut. Wir arbeiten mit den traditionellen Sozialstrukturen, und auch mit der „modernen Demokratie“, wenn diese vorhanden ist.

Es geht nicht darum, das Land zu „retten“, Geschenke zu machen und den Menschen ihre Verantwortung zu übernehmen. Wir machen keine Nothilfe, verteilen kein Gratis essen. Es ist harte Arbeit, und wir arbeiten Gemeinsam. Gemeinsam in der gleisenden Sonne stehen. Das Verbindet. Und baut menschliche Brücken, über die Kluft aus Arm und Reich. Mir ist bewusst, welchen Reichtum ich selbst habe. Sei es Bildung, Reisefreiheit und auch materielle Mittel. Ich versuche dieses Privileg zu nutzen. Als ich klein war, fragte ich mich immer, warum die Reichen nicht den Armen helfen. Bis ich herausfand, dass ich selbst sehr reich bin. Nicht im Verhältnis zu den oberen 1% der Menschheit, aber zu den 80% ärmeren Menschen. und da ist meine Verantwortung.

Was aber genau machen wir? Wir haben ja nicht die Mittel, das ganze Land umzukrempeln, und es ist weder unser Recht noch unsere Verantwortung. Vielmehr versuche ich eine Technologie ins Land zzu bringen, und neue Nutzpflanzen, welche dann von der Kultur adaptiert werden kann. So wie einst die Europäer die Seife, das Speichenrad und den gebrannten Lehmziegel nach Madagaskar gebracht haben. Das Europäische Schriftsystem und den Buchdruck. Die madegassen haben es aus Neugierde gelernt, die Vorteile gesehen und seither bauen Sie Häuser aus Ziegeln, drucken Bücher, machen Seife und fahren Ochsenkarren mit Speichenrädern. Bis heute.

Wenn es uns gelingt, Permakultur nach Madagaskar zu bringen, und diese wird verstanden und nachgeahmt, dann benötigt es keine weitere Hilfe mehr. Keine grossen Budgets, Büros, teure weisse Autos. Keine Hilfslieferungen mehr und auch keine Einmischung in die internen Angelegenheiten der Madegassen. Staatliche Entwicklungshilfe ist auch völkerrechtlich gesehen sehr fragwürdig, denn eigentlich ist die Einmischung eines Staates in die inneren Angelegenheiten eines anderen Illegal. Und Entwicklungshilfe ist genau das… Ich rede nicht von Katastrophenhilfe nach Stürmen, Erdbeben und dergleichen, solange die Koordination der Hilfe national bleibt. Ich rede von institutionalisierte Einmischung über Jahrzehnte. Das ist nicht immer hilfreich, und sei es nur, dass man sich daran gewöhnt das andere die Probleme lösen.

In diesem Sinne bleiben wir dabei. Wir versuchen als Gäste zu kommen, uns zu integrieren, und gemeinsam Lösungen erarbeiten. Bis der Funke übergesprungen ist.

Dazu kommt, dass dies alles keine Einbahnstrasse ist. Wir lernen viel und bringen die Erfahrungen, teilweise auf menschlicher und philosophischer Ebene, aber Technologische Errungenschaften zurück nach Europa. Zum Beispiel bauen wir in Europa Post-Erdöl Höfe, welche uns ernähren ohne den Einsatz von Erdöl. Mehr dazu in hier: Was wir nach hause bringen